Youth.Memory – Guestplay Warsaw


17.09.2016 – 18.09.2016
17.09, 17:00 Uhr; 18.09, 20:00 Uhr
Warschau, Institut Teatralny
Evangelischer Kirchenkreis Berlin Teltow-Zehlendorf, Deutsches Theater Berlin, Institut Teatralny

Im Jahr 2015 haben sich im Rahmen des vom
Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf initiierten Projektes Youth.Memory – Jugend.Erinnerung 18 Jugendliche aus Russland, Polen
und Deutschland im Rahmen dreier Begegnungen in Wolgograd, Krakau und Berlin
mit dem Thema ‚Zweiter Weltkrieg‘ auseinandergesetzt und daraus ein
Theaterstück geformt. In Zusammenarbeit mit dem Jungen Deutschen Theater Berlin
und der Regisseurin Uta Plate haben die Jugendlichen auf ihrer Reise den
Erinnerungen ihrer Vorfahren gelauscht, Zeitzeugen getroffen, historische Orte
besucht und ihre Erlebnisse und Eindrücke in ein Theaterstück transformiert,
welches in der Box des Deutschen Theater zum Volkstrauertag 2015 Premiere
feierte.

Das Projekt Jugend.Erinnerung,
welches bereits 2013 als Idee des Evangelischen Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf
begann, ist ein Vorreiter ohne gleichen geworden und
hat nicht nur die Erwartungen der Jugendlichen, sondern auch des Teams, der
Ideengeber und Freunde des Projektes übertroffen. Dabei war der Erfolg auf
verschiedenen Ebenen sichtbar. Zum einen hatte das Projekt einen immensen
Einfluss auf die Jugendlichen selbst, die durch ihre Reisen nach Wolgograd,
Berlin und Krakau, der Beschäftigung mit Zeitzeugen(berichten) und den
mannigfaltigen Sichtweisen auf die Ereignisse neue Perspektiven gewonnen haben.
Durch die Verarbeitung ihrer Erlebnisse unter Anleitung der erfahrenen
Theaterpädagogin Uta Plate haben die Jugendlichen einen offenen und emotionalen
Zugang zur Bearbeitung des Themas bekommen und fernab vom Unterricht Geschichte
erlebbar gestaltet. Vorurteile und Stereotype wurden im Laufe des Projektes im
Rahmen von Workshops, Diskussion und natürlich auch durch die intensive
Auseinandersetzung mit einem Krieg, der uns alle verbindet, abgebaut. Die
Emotionen und Gedanken der Jugendlichen wurden dabei durch Theater als
zentrales Medium sowohl ausgelöst als auch aufgefangen. Daneben wurde mit dem
Choreografen Ronni Moreira Solares im Rahmen von Tanzübungen auch an Bewegungen
und Körpersprache gearbeitet. Durch die stumme, aber körperlich-sinnliche
Auseinandersetzung mit dem Gegenüber sind nationale Grenzen verschwunden und
ist die Gruppe miteinander verschmolzen. Die Entwicklung der Jugendlichen, die
friedliche Einigung dreier Nationen auf der Suche nach einer gemeinsamen
Geschichte soll nun auch in Warschau in Zusammenarbeit mit dem Institut
Teatralny einem weiteren Publikum zugänglich gemacht werden.