Das Projekt
„Nachbarinnen – Sąsiadki” präsentiert und fördert die Frauen im Kunstbereich
und hat zum Ziel einen Dialog zwischen den Künstlerinnen, den künstlerischen
Kreisen, den Institutionen und allen, die Interesse an der modernen polnischen
und deutschen Kunst haben, anzuregen. Zum Projekt wurden neun Künstlerinnen aus
Danzig und Berlin eingeladen, die unterschiedliche Kunstbereiche
repräsentieren. Alle wurden vor 1989 ausgebildet und schöpften subjektive Erfahrungen,
die aus den verschiedenen sozialen und politischen Systemen oder ökonomischen
Bedingungen entstanden. Die Künstlerinnen, die zu Nachbarinnen wurden, sind:
Beata Ewa Białecka, Katarzyna Józefowicz, Teresa Klaman, Teresa Miszkin,
Brigitte Denecke, Rosika Jankó-Glage, Elli Graetz, Gisela Kurhaus-Müller und
Marianne Schröder. Sie schufen für diese Ausstellung neue Werke oder wählten schon
existierende Arbeiten aus ihrem Schaffen aus, die sich auf das Projektthema beziehen.
„…Das, was die Künstlerinnen aus
Danzig und Berlin unterscheidet, beinhaltet den Status von Frau-Künstlerin in
beiden Ländern, in ihrer sozialen Lage, die durch die ökonomische Situation
bestimmt wird.. Sie suchen nicht die einzige Wahrheit über die Frau, sie
betonen eher die Darstellung von Erfahrungsreichtum, die Analyse von
Unterschieden und Widersprüchen. Sie haben unterschiedliche Betrachtungsweisen
von künstlerischem Schaffen: für eine von ihnen ist es das Zeigen, was
versteckt ist; für die andere den Alltag aufzuräumen, mühevolle Arbeit, dagegen
die nächste sich selbst und den eigenen Platz in der Welt auszudrücken, die
Suche und das Experimentieren mit den verschiedenen Materialien und
Ausdrucksmitteln…” Małgorzata
Ruszkowska, Anna Miler, Einführung in den Ausstellungskatalog, Fragment
Inselgalerie, Torstrasse 207, 10115 Berlin
19.
September 2013 – 12. Oktober 2013
Öffnungszeiten: Di. – Fr.– 14:00 bis 19:00 Uhr, Sa. – 13:00 bis
17:00 Uhr
Vernissage: 19. September 2013, 19:00 Uhr
Workshop, Podiumsdiskussion: 20.
September 2013, 19:00 Uhr
Informationen über die präsentierten Künstlerinnen.
Teresa
Klaman
ist 1948 in Danzig geboren.
1972 beendete sie ihr Studium an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste
(ASP)) in Danzig, Fakultät Bildhauerkunst. Sie ist Professorin und
leitet das Kunstkeramik-Atelier im
Rahmen der Fakultät Bildhauerkunst der ASP in Danzig. Ihre Arbeiten aus den
Bereichen Skulptur, Zeichnung und Keramik zeigte sie bei 10 Einzelnausstellungen
und rund 100 Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Mehrmals teilgenommen an
Symposien und Keramik- bzw. Skulpturpleinairs. Zweimalige Stipendiatin des
Ministeriums für Kultur und Kunst (1979, 1981), der finnischen Regierung (1988)
und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit (1996). Mehrfache Preisträgerin.
Ihre Arbeiten befinden sich in den Sammlungen von Museen und Galerien für zeitgenössischer
Kunst in Danzig, Stettin, Oronsk, Berlin, Nürnberg, im Wigry Nationalpark, in den
Grünwald-Parks bei München, Düsseldorf, Bickenbach bei Darmstadt, Zoppot und
Wien.
Teresa Miszkin
ist 1947 in Danzig geboren. Absolvierte
an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste (ASP) in Danzig bei
Prof. Władysław Jackiewicz. Sie ist Professorin und leitet das 2. Maler-Atelier
an der Maler-Fakultät. Sie beschäftigt sich mit Malerei und Photographie. Teilnehmerin
an Dutzenden von Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, u. a.. in
Krakau, Danzig, Warschau, Paris, New Delhi und Sao Paolo. Mehrfache
Stipendiatin und Preisträgerin. Ihre Arbeiten befinden sich in
Dauerausstellungen von Museen und Galerien für zeitgenössische Kunst in Lodz,
Danzig, Krakau, Stettin, Breslau und in den Sammlungen von Kunstagenturen in
Polen, sowie in privaten Sammlungen Europas und der Welt.
Katarzyna Józefowicz
ist 1959 in Lublin geboren.
Von 1981 bis 1986 studierte sie an der Kunstakademie (ASP) in Danzig, Fakultät
Bildhauerkunst. Autorin von Objekten, Installationen und Zeichnungen. Sie wohnt
und arbeitet in Danzig und leitet das Skulptur-Atelier der ASP. Sie zeigte ihre Arbeiten bei den Einzelausstellungen
in Gdingen, Beijing, Białystok, Danzig, Thorn, Budapest, Słubice und mehrmals
in Warschau. Sie beteiligte sich an den Gruppenausstellungen in Danzig,
Warschau, Brüssel, Jerusalem, Ronneby, Newcastle, Duisburg, New York, Berlin,
Sydney und Zürich. Ausgezeichnet in der Kunstkategorie mit dem renommierten Preis „Der Pass” der politischen
Wochenzeitschrift ”Polityka“ im Jahre 2001.
Beata Ewa
Białecka
ist 1966 in Mikołów geboren.
Absolventin der Malerei auf der Kunstakademie (ASP), Krakau, Fakultät Tafelmalerei. Diplom im
Atelier von Prof. Jerzy Nowosielski. Ausgezeichnet mit dem goldenen Abzeichen
„Primus Inter Pares” der ASP in Krakau. Stipendiatin des Ministeriums für
Kultur und Kunst, des Stadtpräsidenten der Stadt Danzig und drei Mal des
Marschalls der Woiwodschaft Pommern. Preisträgerin einer Auszeichnung im
Wettbewerb Zeitgenössischer Malerei „Herbst von Bielsko” („Bielska Jesień”),
des Grand Prix von MKiDN (Ministerium für Kultur Nationales Erbe) – 6.
Triennale Sacrum, des Grand Prix MKiDN – 21. Festival Polnischer
Zeitgenössischer Malerei und „Neuer Tendenzen in der Polnischen Malerei 2”. Sie
wurde zur renommierten Auszeichnung „Der
Pass” der Wochenzeitschrift „Polityka” in der Kategorie Bildende Kunst
und zum Sovereign European Art Prize nominiert. Ihre Arbeiten befinden sich in Sammlungen
in Houston, Pakosc, Lublin, Freiburg, London, Bielsko-Biała. Sie beteiligte
sich an den diversen Ausstellungen in Polen, Schweden, Deutschland, Großbritannien, Frankreich,
Mazedonien, Japan, USA und Australien.
Elli
Graetz
ist 1947 in Berlin geboren. Von 1971 bis 1976 studierte sie Graphik an der Kunsthochschule Berlin, wo
sie 1976 ihr Studium mit dem Diplom erfolgreich abgeschlossen hat. Sie befasst
sich mit der Graphik und der Collage. Schafft Künstlerbücher, Objekte und
Installationen. Sie wurde mit den folgenden Stipendien ausgezeichnet:
Arbeitsstipendium im Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop, Atelierstipendium in der
Grafischen Werkstatt im Traklhaus in Salzburg, Atelierstipendium in der
Kulturwerkstatt im Schloss Haldenstein bei Chur. Sie nahm an
Ausstellungen in Berlin, Wien, Kopenhagen und Lodz teil. Ihre Werke befinden
sich im Besitz des Senats von Berlin, des Landkreises Rheinhessen und
Brandenburg, im Kunstarchiv Beeskow und anderen öffentlichen und privaten Sammlungen.
Gisela
Kurkhaus-Müller
ist 1938 in Köslin geboren. Sie studierte an der
Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Wolfgang Mattheuer. Arbeitet
als Dozentin für Entwurf an der Fachhochschule für Werbung und Gestaltung
Berlin sowie als Malerin, Grafikerin, Designerin und Projektmanagerin. Sie ist
auch Initiatorin von Berliner Salons als Gesamtkunstwerk. Sie nahm an den
Einzel- und Gruppenausstellungen teil, u. a. in Berlin, Weimar und Lodz. Sie
war und ist für die folgenden Projekte engagiert: „Rheintöchter –
Spreetöchter”, „Philosophinnen – Liebhaberinnen der Weisheit”, „Luft. Licht.
Lust. Papiermaché”, „Kunst im Abonnement”, „Berliner Salons”. Ihre Werke
befinden sich in den Sammlungen: Staatliches Museum Schwerin,
Kupferstichkabinett, Lutherhalle Wittenberg, Kunstarchiv Beeskow, Kommunale
Kunstsammlung Pankow, Artothek Berlin-Köpenick und Kunstsammlung im Willy-Brandt-Haus.
Marianne
Schröder
ist 1949 in Berlin geboren.
Seit 1980 arbeit sie in der Druckwerkstatt im Künstlerhaus Bethanien, in
Berlin. In den Jahren 1983-1984 war sie als Gastkünstlerin auf Schloss
Wolfsburg tätig und nahm an Künstleraustauschen in Deutschland und in der
Schweiz teil. Sie ist Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler (BBK),
Berlin, der Kunstwerkstatt Treptow e.V., Berlin, der Berliner Fraueninitiative
Xanthippe e.V., der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst e.V. (NGBK), Berlin
und in der EFAK, Europäischen Frauenakademie. Sie äußert sich zu den
unterschiedlichen Arten der visuellen Kunst. Die Künstlerin nahm an
Ausstellungen u. a. in Berlin, Salzburg, Bonn, Essen und Lodz teil.
Rosika
Jankò-Glage
ist 1945 in Reichenberg /
Tschechien geboren. In den Jahren 1963 – 1965 besuchte sie die
Heinrich-Zernack-Schule für freie und angewandte Kunst, wo sie später in den
Jahren 1985-2005 als Leiterin von diversen Kursen zur künstlerischen
Weiterbildung tätig war. Sie ist Mitglied in der GEDOK Berlin, im Verein
Berliner Künstler VBK und in der EFAK, Europäischen Frauenakademie.
Brigitte Denecke
ist1947 in Claußnitz geboren. In den
Jahren 1965-1970 studierte sie an
der Technischen Universität Dresden. 1965 begann sie ihre autodidaktische
Bildung in den künstlerischen und computergestützten Techniken. Sie leitet
Zeichenkurse sowie Kurse in denen die
historische Wandgestaltung und Restaurierung im Mittelpunkt stehen. In
den Jahren 1971-1987 wirkte sie als
Innen Designerin von öffentlichen Räumen, ab 1991 auch als Raum- und
Produktdesignerin. In den Jahren 1988-1990 koordinierte sie das Projekt „Kunst
am Bau und Kunst im Stadtraum”. Die Künstlerin wirkte
an der Gestaltung von zwei Künstlerbüchern „Ambivalenzen” und „Traum vom
Fliegen” mit.