Deutsche und polnische Teilnehmer/innen begeben sich unter dem Motto „Integration durch Vielfalt” auf eine Spurensuche, bei der sie der Frage nachgehen, wie ein Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Nationen in Europa gelingen kann und wie die unterschiedlichen Kulturen zu einer gemeinsamen europäischen Identität zusammen wachsen können.
Besonderes Augenmerk gilt dabei den nationalen Minderheiten, die sowohl in Berlin als auch im deutsch-dänischen Grenzland beheimatet sind. Dieser Leitfrage verpflichtet, sollen sich die Teilnehmer/innen gemeinsam auf den Weg machen, um nach dem Prinzip des forschenden Lernens eigene Fragen – und entsprechende Antworten – rund um die Thematik der europäischen Integration zu entwickeln.
Pressemitteilung:
Europäer, Deutsche, Polen? Deutsch-polnische Sommerschule
in Sankelmark
Wer sind wir – Europäer, Deutsche, Polen? Und
was bedeuten Heimat, Familie und Tradition angesichts der Integration von
Flüchtlingen und europäischer Vielfalt? Mit diesen Fragen beschäftigen sich
deutsche und polnische Schüler während der deutsch-polnischen Sommerschule im
Akademiezentrum Sankelmark und in Berlin. Die deutschen Teilnehmer sind
Gymnasiasten aus Lübeck und Kiel, die polnischen Schülerinnen und Schüler
nehmen als Gewinner der polnischen Deutscholympiade und des
Turbo-Landeskundewettbewerbs an der Sommerschule teil.
Einige Teilnehmer aus Polen gehören der
deutschen Minderheit an. Sie interessieren sich in Flensburg für die Situation
der dänischen Bevölkerungsgruppe. „In Polen sprechen wir vor allem in der
Familie Deutsch, aber selten in der Öffentlichkeit. Dies ist bei den Dänen in
Flensburg ganz anders”, sagt Wiktoria Filipowsky aus Oppeln.
In der Europäischen Akademie Berlin erkunden
die Teilnehmer, wie sich Deutschland und Europa durch die Integration von
Migranten verändern. In Sankelmark diskutieren sie, ob nationales Bewusstsein
und europäische Identität Gegensätze sind oder sich ergänzen können. Gefördert
wird die Sommerschule durch die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit,
das Auswärtige Amt, die Bundeszentrale für politische Bildung und den Landesbeauftragten
für politische Bildung Schleswig-Holstein.
„Die Heimat und die eigene Region sind auch
für junge Deutsche und Polen heute sehr emotional besetzte Begriffe”, sagt
Kursleiterin Melanie Robinet von der Academia Baltica. Und ihr Kollege Arne
Marburg ergänzt: „Europa wird vor allem rational betrachtet, hier fehlt die
Emotion. Die emotionale Distanz zu Europa muss überwunden werden. Dazu tragen
Begegnungen wie diese bei.”