Ausstellung im Museum Haus Cajeth in Heidelberg
1989 lernte Egon Hassbecker den
Berliner Sammler Jochen Schmidt kennen, der in Pustkow bei Dębica Julian Stręk (1932-2000) entdeckt hatte.
Schmidt war begeistert von den geschnitzten Holzfiguren, den Serien von
Kreuzwegstationen, von Ordensrittern, Knappen und Königen, Mönchen,
Messdienern, Chorherren, Priestern, Bischöfen, dem Papst. Er sah Heilige,
Propheten und Engel, die Lech Walesa, General Sikorski, Kardinal Glemp und wohl
auch Julian Stręk selber begegnen. Wappen, Orden, Kreuze und Kronen schmücken
die hohen Würdenträger. Schwerter, Spieße, Pfähle und Pflöcke verbinden die
bedeutsamen Männer zwischen Himmel und Erde.
In dem kleinen Dorf Zielonki bei
Krakau hatte die Bäuerin Katarzyna Gawłowa (1896-1983) an die Wände ihrer Stube
Bilder gemalt: Maria und Josef auf dem Weg nach Bethlehem, die Geburt Christi
und seine Taufe, Anbetung der Könige, Jesus mit den Aposteln, Kreuzweg, Tod und
Auferstehung, die himmlischen Helfer
Katharina, Sophia, Veronika, die Heiligen Christophorus, Antonius, Franziskus.
Sie hat das Heilsgeschehen so, wie
sie es als Kind vernommen hat, und wie es vor ihrem inneren Auge erschien, vor
sich hingebreitet und hat selber mitten darin gelebt.
1973 hat der Krakauer Sammler Jacek
Łodziński diese Frau in ihrer häuslichen Kapelle entdeckt. Er brachte ihr
Pappen und Holztafeln, damit sie darauf malen konnte und vermittelte 1977 eine
Ausstellung ihrer Bilder an das Ethnographische Museum in Krakau.
Die blumengeschmückten Heiligenbilder
von Katarzyna Gawłowa wie die hellleuchtenden Altäre von Julian Stręk künden
von ebenso lebendigem Christentum, wie es Heidelberg in diesen Tagen mit der
„Macht des Glaubens” feiert.
In
Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Freunde des Museum Haus Cajeth e.V. und der Initiative Partnerschaft mit Polen
e.V. Heidelberg
Gefördert aus Mitteln der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und durch die Stadt
Heidelberg/Kulturamt
Museum Haus Cajeth Heidelberg, www.cajeth.de