Das Nachdenken über Gewalt in ihren unterschiedlichsten Spielarten, im Individuellen und im Gesellschaftlichen, bildet das zentrale Thema dieser deutsch-polnischen Anthologie.
Wie wird Gewalt sich selbst und der Welt gegenüber gerechtfertigt? Kündigen Rechtfertigungen kommende Gewalt an? Sind sie wie ein Seismograph, an dem sich der Stand einer Gesellschaft ablesen lässt? Das Verhältnis zwischen Deutschen und Polen ist ein historisch belastetes, ein lange von Gewalt geprägtes. Auch Geschichten über Gegenwärtiges lassen sich nicht erzählen ohne das Bewusstsein von Schuld, von Fragen nach Opfern und Tätern in historischen Prozessen, die bis heute fortwirken.
Polnische und deutsche Künstler und Autoren waren eingeladen, sich mit diesen Fragen vor dem Hintergrund ihrer Biographien und ihrer geschichtlichen Erfahrungen auseinanderzusetzen. Volker Braun, Durs Grünbein, Matthias Göritz, Silke Scheuermann sowie Salinia Stroux beteiligten sich von deutscher Seite, Jacek Dehnel, Wojciech Jagielski, Marian Pankowski, Wojciech Tochmann, Olga Tokarczuk und Magdalena Tulli von polnischer. Mehrere Generationen kommen zu Wort, vom 1919 geborenen Pankowski, der als Häftling Auschwitz überlebte, über Volker Braun, der im Jahr des Kriegsbeginns geboren wurde, bis hin zu den Jüngsten, die zur Jahrtausendwende noch nicht dreißig waren.
Auf Polnisch erschien die Publikation Ende Juli im Verlag W.A.B..
Ort: Muzeum Powstania Warszawskiego, ul. Grzybowska 79 | Termin: 2.8.2010 um 20 h | link